Lifestyle
Der Guide, der keiner werden sollte oder we share ideas
29. September 2021

Mit den Themen soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit gehen jede Menge Vorurteile einher – mindestens so viele wie beim Thema Veganismus. Für Viele stehen gleich die Aspekte Verzicht, erhobener Zeigefinger und das Öko-Image mit auf der Agenda. Dabei wandelt sich die Szene und oben genannte Themen können langsam aber sicher deutlich einfacher ins Alltagsleben eingebunden werden. Wir wollen eigentlich gar nicht so richtig einen Guide schreiben, weil das ja auch immer suggeriert, wie man etwas machen muss und dass wir einfach viel besser Bescheid wissen. Also teilen wir lieber Ideen. Und hoffen ein bisschen #Inspo zum Thema zu schaffen. 

Wie der Social Lifestyle auch bei dir ein Zuhause finden kann – auch wenn wir eigentlich keine Vorgaben machen wollen.

Noch vor einigen Jahren schien es geradezu unmöglich, Social Impact für die breite Masse zu stellen – und diejenigen, die schon früh Awareness für ihr Leben schufen, wurden mehr oder minder liebevoll Ökos, Hippies oder Weltverbesserer getauft – wenngleich sie als Vorreiter:innen den entscheidenden Zugang zum gegenwärtigen Markt geliefert haben. Denn heute sieht das Ganze bereits ziemlich anders aus; Angebot und Nachfrage boomen, überall wird für einen bewussten Lebensstil geworben, jede Branche kann den Durst nach dem conscious way of life stillen. Es ist ’ne super Sache, dass so viele Konzerne verstanden haben, was für uns wichtig ist und uns die richtige Antwort darauf geben. Es scheint total easy zu sein, denn es ist ja alles da. Scheint so unkompliziert, oder?

Zur Ruhe kommen, Mental Health, klimaneutrales Verhalten, bewusstes Konsumieren, solidarisch und vor allem social sein,  alles Attribute, denen wir gerecht werden wollen, aber Jesus Christ! – wo fängt man denn überhaupt an?

Doch bei all dem Facettenreichtum, den die Welt uns zu bieten hat, stellt man irgendwie auch fest: Die Kehrseite der Medaille ist die Sache selbst – der Überfluss an Optionen überrollt uns wie eine Welle, obwohl wir doch längst im Zeitalter der Entschleunigung angekommen sind. Zur Ruhe kommen, Mental Health, klimaneutrales Verhalten, bewusstes Konsumieren, solidarisch und vor allem social sein,  alles Attribute, denen wir gerecht werden wollen, aber Jesus Christ! – wo fängt man denn überhaupt an? Sollte ein enkelgerechter Lebensstil nicht einfacher umzusetzen sein? Wir wollen Mutter Erde ja unseren Respekt zollen, aber sieben Euro für einen ökologischen Weichspüler? Sorry, das gibt ein reguläres Studentenbudget schlichtweg nicht her. Wir wollen Gutes bewirken, einander supporten, Menschen helfen und eine Gesellschaft erzeugen, in der wir alle Platz finden, um gut leben. Aber das soll so schwer umsetzbar sein? Well.
Was ist da denn los? Es gibt endlich einen Markt, der fast vollkommen ausdient und dennoch sieht man sich am Ende des Tages heillos überfordert mit der Situation? Und fühlt sich gleich noch schlechter dabei? Keine Panik auf der Titanic, du brauchst nicht gleich das Handtuch zu werfen, denn du musst gar nicht alles auf einmal sein und tun, um bewusst zu leben. Und hier geht’s auch schon los mit dem Guide, der niemals einer werden sollte:

Es fängt alles mit dir an.

Mach dir nicht so einen Stress, wenn’s darum geht, dich zu engagieren und mitzuwirken. Du brauchst nicht gleich deinen ganzen Alltag auf den Kopf zu stellen, um was zu verändern. Frag dich einfach, auf was du Bock hast. Wenn dein innerer Fashionguru schon ganz hellhörig wird, sattle auf nachhaltige Basics oder einzigartige It-Pieces um (oder kauf Kleidung, deren Hersteller:innen im Anschluss spenden) und wenn es eher ein Futterguru ist, gibt’s Green Cuisine wie Sand am Meer – oder eben Lebensmittel deren Kauf in nächster Instanz soziale Zwecke unterstützt. Stehst du lieber am Herd und lässt den Gordon Ramsey raushängen (nur etwas weniger aggressiv), wie wär‘s dann mit Bio-Gewürzen oder nachhaltig produzierten Kochlöffeln? 

Und wenn das ganze Nachhaltigkeitsthema viel zu kompliziert für dich ist und du nicht das nötige Kleingeld für andere Produkte als die herkömmlichen hast, dann wähle doch einfach die richtigen Produkte und tu Gutes, indem du Dinge tust und kaufst, die du sowieso brauchst – nur halt von einem Label, dass Social Impact in den Mittelpunkt stellt. So kannst du das Leben anderer Menschen durch deinen Konsum positiv beeinflussen.

Einfach mal klein anfangen und tun, worauf man eben Lust hat. Und natürlich was sich auch finanziell und vom Aufwand im Rahmen des Möglichen bewegt. So erkennt man nämlich, dass gutes Leben gar keinen großen Aufwand bedarf und eigentlich doch nicht so schwer ist. 

Und wenn’s doch mal ’nen kleinen Anflug von Panik geben sollte, vergiss nicht, was ein Alltag überhaupt bedeutet: Wir brauchen bestimmte Routinen, um über den Tag zu kommen, nur so sparen wir wichtige Ressourcen, die wir an anderen Stellen wieder brauchen – ob beim Späti-Cornern, tanzen gehen, diskutieren darüber, ob es das oder die Nutella heißt, whatever. Diese Routinen lassen sich nicht mal eben über Bord werfen und durch grünen Lifestyle ersetzen. Was aber nicht heißt, dass sich nichts verändern ließe, du bist noch immer Frau oder Herr deiner selbst! Unser Kopf kann sich neu Erlerntes einprägen, auch, wenn er beizeiten etwas verkatert ist – true that – plötzlich geht alles ganz schnell, denn am Ende sind wir Gewohnheitstiere. 

Du lebst bereits Social Impact, weil es mit diesen einfachen Entscheidungen schon so gekommen ist.

Sich in puncto Social Lifestyle auszuprobieren, soll Spaß machen und wie alles andere Freude bringen. Man kann sich ruhig für die kleinen Erfolge im Leben feiern, dafür, dass jetzt Eco-Waschmittel in der WG steht, man sich mit Clean Beauty für ein Date fresh macht, mit dem Kauf von dem nötigen Müsliriegel am Morgen jemandem geholfen hat oder beim Grübeln an einem fairen Kugelschreiber herumknabbert. Du lebst bereits Social Impact, weil es mit diesen einfachen Entscheidungen schon so gekommen ist. Wir helfen gern dabei, aber schwingen nicht leidenschaftlich die Moral-Keule, so wie es Kritiker:innen oftmals erwarten. Wir können doch einfach Erfahrungen teilen. Und Fehler. Dass du hier gelandet bist und bis hierhin liest, ist schon mal beste Voraussetzung. #sharingiscaring

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