Lifestyle
Glücklich kaufen: Wie viel Konsum ist gut für uns?
2. November 2021

Kauf mich, dann bist du glücklich: Wie viel Konsum ist gut für uns?

Neue Schuhe als Belohnung für eine miese Woche, Online-Shopping nach einem stressigen Tag. Wir alle kennen das kleine High einer erfolgreichen Shopping-Tour. Das Kribbeln, wenn wir das Objekt unserer Begierde endlich in den Händen halten. Kein Wunder, dass im Schnitt ganze fünf Prozent unseres Jahresgehaltes allein für Kleidung und Schuhe draufgehen. Aber macht Konsum uns glücklich? Und wenn ja, für wie lange? Und was haben eigentlich Influencer:innen damit zu tun? Diesen Fragen haben sich auch die vier Expert:innen unserer Paneldiskussion „Kauf mich, dann bist du glücklich: Wie viel Konsum ist gut für uns?“ gestellt. Wir haben dir die spannendsten Antworten von Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Aloys Prinz, Bildungsreferentin und Achtsamkeitstrainerin Dr. Laura Sophie Stanszus, Podcaster und Autor Ole Nymoen sowie Zukunftsforscherin Aileen Moeck zusammengefasst!

Die wichtigste Frage vorab: Kann Konsum glücklich machen?

Wir Menschen sind Jäger. Haben wir das eine, wollen wir das nächste. Die Shopping-Jagd ist geil, die Beute selbst wird schnell langweilig. Was auch daran liegt, dass wir uns viel zu schnell an Dinge gewöhnen. Wir können von Natur aus nicht langfristig genießen – das liegt so Professor Doktor Aloys Prinz, in unserer Bio- bzw. Psychologie. Außerdem leben wir in einer Gesellschaft, in der es stets darum geht, noch besser zu sein. Aber: Diesen Statuswettbewerb können wir faktisch nicht gewinnen. Wir werden dementsprechend auch nicht glücklicher, bloß weil wir ein weiteres Statussymbol erworben haben. Wenn wir Konsum also als generalisierte Möglichkeit sehen, unseren Status „aufzumöbeln“, haben wir irgendwann eine volle Hütte, aber nicht mehr Glück.

Also macht Konsum nicht glücklich – oder?

Doch!Ein Konsum der etwas anderen Art macht uns sehr wohl glücklich, sagt Prinz. Die Lösung liegt im bewussten Konsum! Das Konsumieren in und von guter Gesellschaft und der Konsum gemeinsamer Erlebnisse versorgen uns mit Glücksgefühlen. Und die Wissenschaft belegt noch etwas: Wir sind besonders glücklich, wenn wir etwas leisten müssen. Das “Geschaffte” sorgt im Anschluss für Glücksgefühle. Etwa dann, wenn wir etwas für andere Menschen tun. Und ja, das kann auch das Kaufen eines Produktes sein. Wenn wir damit anderen eine Freude machen oder ihnen helfen, dann macht uns das verdammt happy.

Schluss mit Shopping-Tour und Co.?

Nein, hier ist niemand gegen Konsum im Allgemeinen – wir nicht und unsere Expert:innen auch nicht. Es geht in erster Linie um den schnellen Konsum. Oder um es mit Prof. Dr. Aloys Prinz Worten zu sagen: „Wir arbeiten (zu) viel, um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen und wahrscheinlich nicht mal wollen. Anstatt unsere Zeit und unser Geld in Dinge und Menschen zu investieren, die uns glücklich machen“. Weise Worte!

Und dann sind da noch die Influencer:innen

Instagram und Co. haben unser Konsumverhalten revolutioniert. Und das nicht zu unserem Vorteil, so sagt es zumindest Podcaster und Autor Ole Nymoen im Talk. Wir leben im puren Überfluss und brauchen nur wenige der Dinge wirklich. Die Aufgabe der meisten Influencer:innen ist es, den Verkauf der „überflüssigen“ Konsumgüter stetig anzukurbeln. Oder um es mit Ole Nymoens Worten zu sagen: Wir schauen täglich fremden Menschen bei wenig sinnstiftenden Tätigkeiten zu. Wir finden: Influencer:innen können und sollen ihre Kanäle besser nutzen – beispielsweise um den Social Impact von Konsum mehr zu thematisieren. Sie haben die Zielgruppe, die über die Welt von Morgen bestimmt. Grund genug, dem Konsum einen Sinn zu geben und diesen als Message ins Web zu tragen

Wie konsumiere ich bewusster?

Vom Typ Kaufrausch zum Achtsam-Shopper zu werden, ist gar nicht so einfach. Schon in den Kinderschuhen lernen wir meist einen eindimensionalen Umgang. Kaufen als Belohnung, sich was aussuchen dürfen – wer kennt es nicht? Was wir nicht lernen: Dass das Glück in uns und unserem Umgang mit uns selbst, also in unserem Selbstwert, liegt. Dabei ist genau das der Schlüssel: Je bewusster wir leben, desto bewusster können wir konsumieren. Je häufiger wir uns vor Augen führen, was uns glücklich und zufrieden macht, desto sicherer werden wir, was wir eben nicht wirklich benötigen. Schon gar nicht auf dem Weg zu mehr Glück. Die Frage „Brauche ich das wirklich?“ lässt sich einfacher beantworten. Und dann kaufen wir, weil wir das Produkt tatsächlich benötigen, anderen etwas Gutes tun können oder das Ding wirklich so richtig doll wollen.

Long story short

Die Frage, ob Konsum glücklich macht und wie viel Konsum gut für uns ist, lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Wir von share haben es uns zur Aufgabe gemacht, Konsum und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Um an dieser Stelle nochmal auf Professor Doktor Aloys Prinz zu verweisen: Konsum, der anderen zugutekommt, kann nämlich sehr wohl glücklich machen. In diesem Fall gilt: Kaufen hilft – und helfen macht happy!

Und abseits des Konsums?

Generell kann man sagen: Glück und die Dinge, die uns glücklich machen, verändern sich im Laufe unseres Lebens. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt die Laune im Schnitt erheblich. Dann sind die Kinder größer, der Workload und der Erfolgsdruck geringer und es bleibt mehr Zeit für Spaß. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie sich Glück im Laufe des Lebens verändert und welche Arten von Glück es gibt, solltest du unser Interview mit Professor Doktor Aloys Prinz nicht verpassen! Stay tuned and share! P.S. Die ganze Paneldiskussion findest du hier. Dort erfährst du auch, welchen Einfluss Rezo auf das Konsumverhalten der Deutschen hat und was Schokolade damit zu tun hat.
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