Wie wird aus einem share Bio-Nussriegel eine Mahlzeit ? Wir waren fünf Tage zu Gast bei der Berliner Tafel und haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen. 

Weltweit werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Allein in Deutschland landen jährlich circa 11 Millionen Tonnen in der Mülltonne (WHO). Gleichzeitig hungert jeder neunte Mensch auf der Welt. Gemeinsam mit der Berliner Tafel kämpft share bereits seit 2018 gegen dieses Ungleichgewicht. Durch jeden Bio-Snack von share werden mindestens 500 Gramm Lebensmittel gerettet und einem bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt. Insgesamt verteilt die Berliner Tafel 660 Tonnen Lebensmittel im Monat, die ansonsten im Müll gelandet wären. Aber wie arbeitet die Berliner Tafel eigentlich? Fünf Tage lang durften share-MitarbeiterInnen dabei sein. 

“Die Fahrer sind unterschätze Helden

Die Arbeit beginnt bereits früh am Morgen. Die Lebensmittel, die von den Supermärkten aussortiert wurden, müssen abgeholt werden. Viele grüne Kisten stehen bereit, um in einen der großen, weißen Vans der Berliner Tafel verladen zu werden. „Die Fahrer sind unterschätze Helden“, sagt Heino, der bei share für die sozialen Partnerschaften zuständig ist. An diesem Morgen saß Heino nicht an seinem Schreibtisch, sondern auf dem Beifahrersitz. Gemeinsam mit einem Fahrer der Berliner Tafel klapperte er die verschiedenen Supermärkte ab. Der Ablauf ist straff: Zum Supermarkt fahren, Lebensmittel und Hygieneprodukte prüfen, Kisten stapeln, Türen zu, ab zur nächsten Filiale. „Mit mehr Zeit und mehr Ressourcen, hätten wir noch mehr mitnehmen können”, erzählt Heino. 

Berliner Tafel: zwei share Mitarbeiter bei der Ausgabestelle Laib und Seele

Bei der Berliner Tafel werden alle geretteten Lebensmittel sorgfältig geprüft

In einem kleinen, grauen Gebäude mitten auf einem weitläufigen Gewerbegelände werden die abgeholten Lebensmittel sortiert. Neben Brot, Fleisch, Süßwaren und Hygieneartikeln, kommt hier auch viel gerettetes Obst und Gemüse an. Die Tafel-Mitarbeiter prüfen alle Lebensmittel täglich mit großer Sorgfalt. Verdorbene Lebensmittel kommen in den Abfall. Noch genießbare Lebensmittel landen in einer sauberen Kiste und später in der Kühlung. Zoe arbeitet bei share im Marketing und ist eine von sechs share-MitarbeiterInnen, die an diesem Tag mithelfen darf. Ihr Eindruck: “Es ist wirklich unfassbar, wie viele Lebensmittel von der Tafel gerettet werden. All das gute Essen würde einfach in der Tonne landen, während es Menschen gibt, die verhungern. Ich habe den allergrößten Respekt vor allen Mitarbeitern der Tafeln und bin dankbar dafür, dass es solche Menschen gibt.” 

Bei der Berliner Tafel in der Sortierung: share Mitarbeiterinnen Zoe Rott und Merle Hansen

Eine Lebensmittelration für ein bis zwei Euro

Die sortierten Lebensmittel werden an verschiedene Ausgabestellen geliefert. Ein Teil geht an soziale Einrichtungen wie beispielsweise die Bahnhofsmission. Der Rest ist für Bedürftige am Rande der Armutsgrenze oder darunter eingeplant. Einmal pro Woche verteilt die Berliner Tafel über die Ausgabestellen Lebensmittel für ein bis zwei Euro pro Ration. Circa 60 KundInnen kommen donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr zu der Ausgabestelle Laib und Seele in Marienfelde. Je nach Größe des Haushalts bestimmen die freiwilligen Helfer die Lebensmittelportionen. Pia macht gerade ein Praktikum im Produktmanagement bei share. Gemeinsam mit share-Gründer Sebastian und anderen MitarbeiterInnen arbeitete sie einen Tag lang in der Ausgabestelle mit. “Mein Highlight war eindeutig das Team der Tafel in Marienfelde. Die Truppe war wahnsinnig witzig, engagiert und hat uns herzlich aufgenommen. Alle waren sehr bemüht darum, uns jeden einzelnen Bereich zu zeigen”, erzählt Pia. 

KIMBA: Ein Angebot der Berliner Tafel für Kinder

“Neugierig auf gesundes Essen sollen alle Kinder sein – egal ob arm oder reich” – das ist das Motto von KIMBA, einem weiteren Angebot der Berliner Tafel. Der Name KIMBA ist eine Abkürzung und steht für “Kinderimbiss aktiv”. Die Kleinen lernen hier spielerisch, mit Lebensmitteln verantwortungsvoll umzugehen. Auch hier durften einige share-MitarbeiterInnen mithelfen und beim Kochen assistieren. Im KIMBAmobil, einem Doppeldeckerbus, ausgestattet mit moderner Küchentechnik, lernen Kinder und Jugendliche gesunde Mahlzeiten zuzubereiten. “Gleich mehrere Kinder haben während des Schneidens von Obst und Gemüse gesagt, wieviel Spaß es macht. Der Koch Steffen ist wirklich super emphatisch mit den Kleinen umgegangen.”, berichtet Maria, die bei share im Supply-Chain-Management arbeitet. Gekocht wurden an diesem Tag leckere Gerichte, wie Gemüsenuggets und Ampel-Quiche. Aber auch Smoothies und Obstsalat standen auf dem Plan. So lernen die Kinder nicht nur gesund zu kochen, sondern auch neue, ungewöhnliche Obst- und Gemüsesorten kennen, wie Romanesco oder Feigen.

share Mitarbeiter gemeinsam mit MitarbeiterInnen der Berliner Tafel

Die Berliner Tafel hilft bereits seit 1993

Die Berliner Tafel ist einer der ältesten Kooperationspartner von share. Die Hilfsorganisation rettet bereits seit 1993 Lebensmittel vor der Mülltonne. Ohne die vielen freiwilligen Helfer und engagierten Mitarbeiter wäre das nicht möglich. Für alle share-Mitarbeiter war es toll, fünf Tage lang sehen zu können, wie die Berliner Tafel arbeitet und wo die Hilfe ankommt. Wir bedanken uns für diese tolle Erfahrung.